Hohenfuhrstr. 2, 42477 Radevormwald

Änderung bei der gesetzlichen Krebsfrüherkennung ab dem 01.01.2020

Liebe Patientin,

wir möchten Sie über die neuen Krebsvorsorgerichtlinien informieren, die ab dem 01. Januar 2020 für gesetzlich krankenversicherte Patientinnen gelten.

Grundsätzlich – Ihr Recht auf eine jährliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung hat sich nicht geändert, dieses Recht besteht nach wie vor.

Was gehört zur jährlichen Krebsfrüherkennung?

  • … ab dem Alter von 20 Jahren Gezielte Anamnese (Klärung von Beschwerden und Vorerkrankungen) • Gynäkologische Untersuchung • Untersuchung der genitalen Hautregion • Besprechung des Untersuchungsergebnisses mit Beratung der Patientin
  • … zusätzlich ab dem Alter von 30 Jahren Abtasten der Brustdrüsen und der dazugehörigen Lymphknoten • Untersuchung der Brusthaut und der Brustwarzen • Anleitung zur Selbstuntersuchung der Brust • Beratung
  • … zusätzlich ab dem Alter von 50 Jahren Mammographie-Screening* im Alter von 50 bis 69 Jahren • Untersuchung auf Blut im Stuhl • Untersuchung des Enddarmes ab 50 Jahren und des übrigen Dickdarms ab dem Alter von 55 Jahren
  • Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die jährliche Vorsorgeuntersuchung.

Was ist neu?

  • Ihre Krankenkasse wird Sie künftig im Alter von 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55, 60 und 65 Jahren zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs einladen.
  • Für die Früherkennung des Gebärmutterhalskrebses ergeben sich altersabhängig folgende Änderungen.
    • Frauen im Alter zwischen 20 und 34 Jahren können weiterhin jährlich eine zytologische Untersuchung (PAP-Test/Abstrich) durchführen lassen
      Beim PAP-Test werden vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhals entnommene Zellen auf Veränderungen untersucht. Dabei wird festgestellt, ob die Zellen gesund aussehen oder nicht. Danach kann entschieden werden, ob weitere Untersuchungen oder Behandlungen notwendig sind. Diese Methode wird seit Jahrzehnten sehr erfolgreich in Deutschland praktiziert und hat dazu geführt, dass in keinem Land der Welt die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs so stark gesunken ist wie bei uns.
    • Frauen ab dem Alter von 35 Jahren bleibt es bei der jährlichen Vorsorge mit Tastuntersuchung der Gebärmutter und der Brust. NEU: Nur noch alle 3 Jahre wird künftig - ohne Zuzahlung – eine Kombination aus PAP-Test mit dem sogenannten HPV-Test durchgeführt. Die Kombination beider Teste erlaubt eine individuellere Aussage über die Risikosituation hinsichtlich der Entwicklung einer Vorstufe des Gebärmutterhalskrebses.

Rein im Hinblick auf Ihr Wohl ist diese Änderung auf den ersten Blick durchaus positiv zu werten. Das kombinierte Testen mittels PAP- und HPV-Test bietet mehr Sicherheit. HPV gilt als eine der Hauptursachen für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebs. Studien zeigen: wenn beide Tests angewendet werden, können bösartige Veränderungen rechtzeitig erkannt werden. Die neue Vorsorgestrategie der Co-Testung ist somit als Fortschritt zu sehen, die Sicherheit des jährlichen Zellabstrichs kann aber nicht durch den neuen HPV-Test ersetzt werden.
Nachteilig für Frauen über 35 Jahre ist der Umstand, dass im 2. und 3. Jahr kein PAP-Test mehr als Kassenleistung durchgeführt werden darf. Das Krebsvorsorge-Intervall für Gebärmutterhalskrebs wird zu Ihren Lasten vergrößert. Wenn Sie Ihre bisherige Sicherheit erhalten möchten, müssen Sie den Abstrich selber bezahlen. Hierzu bieten wir Ihnen den „VORSORGEABSTRICH 35 PLUS“ an.

In Deutschland ist jede Frau ab dem 20. Lebensjahr weiterhin dazu aufgefordert, jährlich eine Krebsfrüherkennung durchführen zu lassen, die weit mehr umfasst als das Screening auf Gebärmutterhalskrebs!

Alle Krebserkrankungen (wie z.B. Brust- und Darmkrebs) können im frühen Stadium meist gut geheilt werden. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig und genau dann zur Früherkennung zu gehen, wenn es ärztlich empfohlen wird - und nicht erst ein paar Jahre später. Sie sollten nicht erst bei Beschwerden den Frauenarzt aufsuchen. Die vorgeschriebenen Untersuchungen nehmen zwar mit steigendem Alter zu, aber auch schon in jungen Jahren sind einige davon notwendig.

Zusammenfassend kann festgestellt werden: Wir sehen uns weiterhin jährlich zur Krebsfrüherkennungsuntersuchung, daran hat sich nichts geändert